Fair Fashion im Portrait: MILCH

Kennst du bereits MILCH?

In meinem Beitrag über nachhaltige Geschenk-Gutscheine habe ich MILCH bereits kurz vorgestellt. Magst du Upcycling? Dann wirst du MILCH lieben!

Das 1. Interview der Fair Fashion Portrait-Reihe. Im Rahmen dieses Formats möchte ich dir Brands und Unternehmen vorstellen, die mich begeistern. Faire Herstellung und nachhaltige Produktion spielen für mich in der Mode eine bedeutende  Rolle. Ich werde dir Unternehmen vorstellen, die mich persönlich überzeugen. Von der Produktion, den Materialen, aber auch vom Design und Stil.

Ich liebe ich Upcycling, wie du weißt. Deshalb bin ich von diesem Label besonders angetan.

Heute möchte ich euch das Label MILCH etwas genauer vorstellen. Zuerst möchte ich die Gelegenheit nutzen und gratulieren. MILCH wurde dieses Jahr 20 Jahre alt. GRATULATION zu diesem Jubiläum. Es ist sehr beeindruckend was Cloed Baumgartner, die Gründerin von MILCH,  seit 20 Jahren auf die Beine gestellt hat. Sie ist eine der Vorreiterinnen auf dem Gebiet der Upcycling Mode in Österreich.

Das besondere an MILCH ist nämlich, dass die Mode zu 100% aus Secondhand Mode besteht. Fair hergestellt in Österreich (Wien und im Weinviertel).

Fair Fashion im Portrait_MILCH_Kleider

Nun möchte ich dich aber nicht mehr auf die Folter spannen. Ich habe Cloed ein paar spannende Fragen gestellt. Lies weiter, wenn du ihre Perspektive zu Nachhaltigkeit und Mode erfahren möchtest.

Beschreibe Dein Label MILCH in 3 Worten!

Cloed: Kleidung mit Geschichte(n).

Wie bist du zur Mode gekommen?

Cloed: Ich bin nicht zur Mode, sondern zum DIY gekommen, weil ich mir schon früh selbst was zum Anziehn genäht habe. Alles rund um mein Label (Marketing, Presse, Vertrieb,Verkaufskonzepte, OpenDesign etc.) hab ich mir selbst beigebracht, das hat mich interessiert. Mode an sich find ich gähnend langweilig, mich interessieren die Prozesse dahinter und was man damit bewirken kann. Ich kann zb damit, dass ich lokal produzieren lassen und lokalen Müll wiederverwerte, in ganz kleinem Rahmen etwas bewegen für meine MItarbeiterinnen und ich bewege auch etwas in den Köpfen der Kundinnen, weil meine Mode eine Geschichte erzählt von Wiederverwendung, Wertschätzung gegenüber lokaler Arbeit und gegenüber den immer noch so schönen Materialien. Ich kann damit ein Umdenken in Gang setzen und das find ich spannend.

Fair Fashion im Portrait_MILCH_Oberteile

Was bedeutet Fair Fashion für dich (generell)?

Cloed: Dass wir mit dem, was wir anziehen, niemandem schaden, weder uns selbst, noch unserer Umwelt und unseren Mitmenschen noch jemand anderem auf der Welt. Es ist eine Schande, dass Fast Fashion so viel kaputt macht. Ein Wahnsinn.

Warum ist dir Nachhaltigkeit wichtig? Und welche Rolle spielt es in deinem Unternehmen?

Cloed: Dem Planeten und den Menschen wird bald die Luft ausgehen, es ist eine Notwendigkeit, in allen Prozessen auf Nachhaltigkeit zu achten, dabei bei sich selbst anzufangen, bei sich selbst Ressourcen schonen, weniger herumrennen, weniger produzieren, weniger konsumieren. Das geht ganz einfach.  

Welches österreichische oder internationale nachhaltige Modelabel hat für dich Vorbildcharakter? Und warum?

Cloed: Ich mag Vivienne Westwood, sie trägt und verbreitet laufend ihre Nachricht: Buy less, choose well, safe the planet. So in der Art. Sie ist Punk, durch und durch, und macht damit ein Geschäft. Clevere Frau, grosses Vorbild.

Woher nimmst du deine Inspiration für deine Mode?

Cloed: Ich designe so wenig Modelle pro Jahr, dass mir das einfach einfällt. Meistens ist es etwas, das ich selber brauche, zb aktuell Obterteile, um halbwegs gut angezogen und gleichzeitig bequem und leger über den Winter zu kommen, also hab ich 2 neue Oberteile aus Herrenhosenstoffen entworfen und trage die Prototypen natürlich auch selbst.

Wie wird sich das Konsumverhalten von Mode in den kommenden 20 Jahren deiner Meinung nach verändern?

Cloed: In kleinen Nischen wird der Umgang sicher sorgfältiger, neue Konzepte wie z.B. Kleidertausch oder Kleiderausborgen werden groß werden, aber insgesamt will der Mensch viel kaufen um wenig Geld. Und die Firmen wollen maximalen Gewinn abschöpfen. Irgendwann und zwar bald gehen uns dann aber die Material-Ressourcen aus, da werden wir zwangsläufig umdenken müssen, vorher passiert nicht viel.

Was können wir tun, um ein Umdenken Richtung Nachhaltigkeit in der Modeindustrie bzw. nachhaltiges Konsumverhalten als Mainstream in unserer Gesellschaft zu integrieren, bevor es zu spät ist?

Cloed: (Bewusstseins) Bildung ist ein wesentlicher Aspekt um unsere Kinder und Jugend, unsere Nachfahren, für Nachhaltigkeit und Achtsamkeit zu sensibilisieren. Daher ist MILCH zum Beispiel Projektpartnerin für drei Schülerinnen der HBLA Oberwart bei der Erstellung ihrer Diplomarbeit. Ein Teil des Deals ist, dass MILCH die Modelle online ausstellt, was wir natürlich gern machen, auf Facebook und hier auf unserer Homepage. Bildungsarbeit spielt eine große Rolle.

Welche nachhaltigen Labels trägst du selbst am liebsten?

Cloed: Viel MILCH, und ich hab auch ein paar Lieblingsstücke von Wiener Designerinnen und Freundinnen, die ich jahrelang trage und behalte und immer neu kombiniere, z.B. jetzt trage ich ein Sommerkleid von mija t. rosa (das ich seit ca 5 Jahren besitze) und ein Strickjackerl, das bei der letzten Kleidertauch-Party übrig geblieben ist.

Ich möchte mich herzlich bei Cloed bedanken. Danke Cloed, dass du dir Zeit genommen hast, etwas über dich und deine Philosophie hinter MILCH preiszugeben!

Gefallen dir die Schnitte? Hast du Lust einen MILCH-Schnitt mal nachzunähen?

Verpasse nicht Deine Gelegenheit. Am 08. April findet der nächste Workshop in Wien statt. Hier gibts alle Infos zum nächsten MILCH Workshop!

Das sind übrigens meine MILCH-Favoriten!

Fair Fashion im Portrait_MILCH_Hose_Bluse

Was ist Dein liebstes Kleidungsstück von MILCH? Hast du einen Favoriten? Lass es mich sehr gerne in den Kommentaren wissen!

Alles Liebe,

Cordula

 

 

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